16:05 Uhr – Yeniköy Azimet Post

Akın Kurtoğlu

Das 1955 gebaute Dampfschiff „Beylerbeyi“ der Stadtfährgesellschaft mit einer Kapazität von 789 Passagieren legte am Nachmittag gegen Abend am Beşiktaş-Anleger an… …war die Silhouette von Üsküdar am gegenüberliegenden Ufer deutlich zu erkennen. In der Nähe der Tabaklager… Der Bug des Dampfer liegt nach Norden. Zu dieser Stunde kehrte kein einziger der dörflichen Dampfer in Richtung Eminönü zurück. Sie alle beförderten nacheinander ihre Abendpassagiere in Richtung Bosporus.

Der Schatten des Ankerbolzens fällt nach unten. Das bedeutet, dass die Sonne hinter die linke Heckseite des Dampfers gewandert ist und ihre Strahlen schräg einfallen lässt, sodass der Schatten des Ankerbolzens in einer möglichst schrägen Position sanft auf den Boden fällt. Es ist Nachmittag, aber die Sonne hat noch nicht ganz den Weg zum Untergang eingeschlagen. Die Reflexionen des Sonnenlichts, die das Schiff auf das Meer wirft, sind ein Beweis dafür. Es ist also etwa zwischen 16:00 und 17:00 Uhr…

Dieser Dampfer war zweifellos einer der regulären Bosporus-Fähren. Zu dieser Zeit fuhr nur eine einzige Fähre vom Eminönü-Anleger Nr. 3 in Richtung Bosporus ab: um 16:05 Uhr, „Eminönü–Yeniköy“. Nach diesem Fährschiff gab es bis genau 17:25 Uhr in Richtung Bosporus keine weitere Verbindung mehr, bis hin zum Fährschiff nach Çengelköy. Die 16:05-Fahrt kehrte nicht zurück und legte genau um 18:00 Uhr in Yeniköy an. Man könnte sagen, es war im wahrsten Sinne des Wortes ein „Bettlerdampfer“. Er legte an fast allen Anlegestellen des Bosporus an. Nach einer etwa halbstündigen Pause in Yeniköy nahm er diesmal die „Yeniköy-Beykoz“-Runde auf, sammelte während der Stoßzeiten Fahrgäste ein und pendelte dabei mehrmals zwischen den beiden Ufern hin und her … Am Morgen legte es gegen halb sieben von Beykoz ab, nahm Kurs auf die Rückfahrt zur Brücke und kehrte nach Istanbul zurück.

Pünktlich um 16:05 Uhr verließ das Schiff Eminönü mit einem scharfen Pfiff, der in den Stadtteilen Yemiş, Fermeneciler, Rüstempaşa, Kemankeş und Sirkeci widerhallte, und fuhr parallel zur Küste von Beyoğlu weiter, vorbei an Tophane, Fındıklı, Kabataş und etwa achtzig bis neunzig Meter vor dem Dolmabahçe-Kai in mäßiger Geschwindigkeit vorbei und legte in genau 13 Minuten ohne Unterbrechung an der „Beşiktaş“-Anlegestelle an. Das heißt, als die „Beylerbeyi“ ins Bild kam, war es 16:18 Uhr … Sie wartete am Kai nur zwei Minuten, nahm ihre zusätzlichen Passagiere auf und legte genau um 16:20 Uhr ab, nachdem sie die Leinen gelöst hatte. Sie fuhr entlang der Küste bis nach Ortaköy, von wo aus sie um 16:30 Uhr ablegte und diesmal ihren Kurs auf das gegenüberliegende Ufer, nach Kuzguncuk, richtete…

Die grünen Markisen, die die langen Holzbänke im Unterdeck bedeckten, um die Fahrgäste zumindest ein wenig vor der Sonne zu schützen, wurden bei dieser Fahrt nach hinten zusammengezogen. Denn die Istanbuler lieben die Sonne nach vier Uhr; denn sie brennt nicht und lässt einen auch nicht frieren. Der in der Nase brennende Jodgeruch und die salzigen, kühlen Wassertropfen, die ab und zu von der Meeresoberfläche aufsteigen und auf die Wangen und die Stirn spritzen, steigern den Genuss dieser besonderen Reise noch um ein Vielfaches, man kauft sich eine der heißen Tassen Tee, die der in strahlend weißer Kleidung gekleidete Kellner auf seinem Tablett herumträgt – gegen Barzahlung –, und bei der Tasse dampfenden, herrlich duftenden Tees wünscht man sich, diese schöne Fahrt möge niemals enden.

Da ein Teil der Menschen auf dem Dampfer kurzärmelige Kleidung trägt, während andere Jacken und Mäntel anhaben, können wir davon ausgehen, dass es Frühling ist. Doch es kann nicht Frühling sein, denn in diesem Fall müssten die Hunderte von Judasbäumen auf den Hügeln von Üsküdar am gegenüberliegenden Ufer bereits blühen und ihre Blätter sollten hellgrün sein. Doch die Bäume haben sich dunkelgrün verfärbt – es ist also Herbst!…

16:05 Uhr: Ich bin von Eminönü aus nicht gerade selten mit der Fähre nach Yeniköy gefahren… Zwar gab es, wie ich bereits erzählte, keine Rückfahrt über die Brücke, aber um hinunter in Richtung Eminönü-Karaköy zu gelangen, nutzten wir damals die Stadtbusse, die parallel zur Küste verkehrten. Natürlich war das keine so angenehme und schöne Fahrt wie mit der Fähre. Die Rückfahrt in den 75er-Modellen der İETT-Busse, in denen man dicht gedrängt und schweißgebadet im Stau hin und her geschaukelt wurde und die keine Belüftung hatten, war leider die Kehrseite der Medaille.

„Beylerbeyi“ verkehrte damals ständig auf dieser Linie. Wer weiß, vielleicht sind auch wir mit meinen Schulfreunden irgendwo in diesem Bild versteckt, mit Tee, Simit und Zigarette in der Hand am offenen Rand des Unterdecks des Fährschiffs. Heute sind sowohl die Beylerbeyi-Fähre als auch die Postlinie 1605 nur noch eine Erinnerung…