Das schöne Gefühl, bei Herbstregen mit der Straßenbahn über die Brücke zu fahren...

Akın Kurtoğlu

An jenem Tag, unter dem vom Nordwind getriebenen Regenguss in dieser Straßenbahn mitzufahren, muss für die Istanbuler ein wahrer Genuss gewesen sein. Und wenn Sie dann auch noch das Glück hatten, einen der einzelnen Holzsitze am Fenster zu ergattern, fühlen Sie sich ganz entspannt und friedlich. Nun erwartet Sie eine etwa fünfunddreißigminütige Fahrt bis nach Fatih – eine Reise voller bescheidener Details und ebenso liebenswert…

Hinter den fest verschlossenen Fenstern, die vom Regenwasser, das von den Dachvorsprüngen des Waggons herabrieselt, nass gewaschen werden, die Anlegestellen an den Brücken und die Silhouetten, die sich sanft über das Wasser gleiten lassen – nur aus der Ferne, gerade noch erahnendie Dampfsignale der alten „Şirket-i Hayriye“-Dampfer mit ihren schlanken Schornsteinen zu hören, die aus der Tiefe mit schrillen Tönen widerhallen, oder mit versunkenem Blick die Schatten der auf dem Bürgersteig hin und her eilenden Fußgänger zu beobachten, die auf den Mosaikpflastersteinen tanzen, die Schicht aus Beschlag, die die Fensterscheibe wie ein feiner Schleier bedeckt, schnell mit der Handfläche abzuwischen, um eine kleine Lücke zu schaffen, durch die man nach draußen sehen kann, den Kragen des dunkelgrauen, dicken Mantels noch etwas höher zu ziehen, um den Kopf so weit wie möglich darin zu vergraben, und mit einem halben Kilo altem Kaşar-Käse, der imaus dem von meinem Großvater geerbten befreundeten Lebensmittelladen stammenden, dunkelbraunen Verpackungspapier, das ein halbes Kilo alten Kashar-Käse und zusätzlich hundert Gramm Pastırma als Kostprobe enthielt und während der Reise mit einem Band auf den Knien befestigt warfest umwickelt war, an deren dicken Schnüren ein Metalltragebügel befestigt war, und den Zeigefinger fest um dessen zylindrischen Karton wickeln, um den voluminösen Beutel festzuhalten, sich vorzustellen, wie man am Abend, wenn man nach Hause kommt, an dem im Handumdrehen gedeckten Tisch in den Genuss dieser herrlich duftenden Speisen kommt, begleitet von einer Tasse warmem, starkem Tee, gerade dabei zu sein, sich der Trägheit hinzugeben, die auf die Augenlider drückt, die nach einer Gelegenheit zum Nickerchen suchen, um die Müdigkeit des Tages zumindest für fünfzehn Minuten abzuschütteln, und dann durch die Warnung des Schaffners „Lasst uns nicht vor der Tür drängen“ und man wieder zu sich kommt, die Kante der Holzbänke am Fensterrand auf Bodenhöhe entlangzuverfolgen und zumindest einen Schuh so weit wie möglich an das hervorstehende Heizungsrohr anzudrücken, um die Wärme des Metalls so gut es geht zu genießen, und sich mit dem beruhigenden, gleichmäßigen Geräusch der Regentropfen, die unaufhörlich mit schrägen Schlägen von den Dächern des Küçükpazar-Yemiş ununterbrochen mit schrägen Schlägen auf die Scheibe prasseln, und sich dabei allmählich zu entspannen; beim Berühren der Oberleitung durch den Stromabnehmer an den Weichen durch das plötzliche Knacken der kleinen rot-blaue kleine elektrische Funken wie Feuerwerkskörper in alle Richtungen verstreut werden, und dann erneut den Kopf an die Scheibe zu lehnen, um diesen unschuldigen Moment unter dem Dach eines alten, geschützten Holzwaggons zu genießen – ohne nass zu werden, ohne zu frieren, ohne müde zu werden – mit dem Privileg, all dies hautnah zu erleben – und die Umgebung im Rhythmus des beruhigenden, gleichmäßigen Klapperns der Metallräder weiter zu betrachten, bis man schließlich in Richtung Eminönü-Sirkeci weiterfährt…

Vor allem, wenn gerade in diesem Moment von den beiden Minaretten der Yenicami-Moschee der Nachmittagsruf zum Gebet erklingt, der mit der unbeschreiblichen und unersättlichen Harmonie des Hicaz-Modus die Ohren erfreut…