Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass diese Überreste eines Hamams Teil des Basileias-Komplexes sind, der zwischen etwa 372 und 379 von Basileios dem Großen aus Kayseri errichten ließ. Um das Bauwerk jedoch eindeutig beurteilen zu können, muss es durch archäologische Sondierungen untersucht und seine Umgebung vollständig freigelegt werden.
Im Inneren des Badehauses wurden auch für diese Epoche typische Elemente der Wasserversorgung wie Wasserkanäle und Bleirohre entdeckt. Tatsächlich wurden 1971 während der Restaurierung der Battal-Moschee die ursprünglichen Bleirohre freigelegt, die das Bad mit Wasser versorgten und von der Quelle bis zum Gebäude reichten; ein Teil davon wurde ins Museum von Kayseri überführt.
Heute sind die Überreste des Bauwerks größtenteils in Form von Schutt und Horasan-Verfüllungen erhalten geblieben. Im Laufe der Zeit wurde die Umgebung von Behelfsunterkünften und öffentlichen Gebäuden eingenommen; zudem wurden beim Bau der südlich der Überreste verlaufenden Asphaltstraße auch miteinander verbundene Teile des Bauwerks zerstört. Da bisher noch keine archäologischen Ausgrabungen an dem Bauwerk durchgeführt wurden, können Details zur genauen Geschichte und Funktion des Bauwerks erst durch künftige wissenschaftliche Untersuchungen geklärt werden. Der Reisende William Lewis Sachtleben, der am 22. April 1891 nach Kayseri kam, bezeichnete diesen Ort in seinen Notizen beim Fotografieren der Ruinen des Badehauses als „Ruinen eines römischen Badehauses“ und hielt folgenden Satz fest: „Die Ruinen eines antiken römischen Hamams westlich von Kayseri.“ Auf dem von ihm aufgenommenen Foto ist zu sehen, dass die bis heute erhaltene Nordwand des Hamams sowie eine weitere Wand im Süden noch stehen, dass sich in der Umgebung zahlreiche Überreste befinden und dass das Gelände um das Bauwerk herum eine freie Fläche ist. Dieses Bauwerk wird auch in Evliya Çelebis „Seyahatname“ erwähnt und ist in der Bevölkerung als „Belinas Hekim Hamamı“ bekannt, das für seine magische Wärme berühmt ist.
Der Basileias-Komplex muss von Basileios dem Großen aus Kayseri erbaut worden sein, wahrscheinlich im Januar 372, nachdem Kaiser Valens während seines Besuchs in Kappadokien Land für die Armen zugeteilt hatte, und noch vor Basileios’ Tod am 1. Januar 379. Hauptursache für dieses Vorhaben war die lang anhaltende Dürreperiode in den 360er und 370er Jahren sowie die darauf folgende schwere Hungersnot in den Jahren 368–369.
Der Basileias-Komplex war ein vielseitiges soziales Zentrum, das Einrichtungen zur Deckung grundlegender physischer Bedürfnisse wie Unterkunft, Ernährung und Gesundheitsversorgung mit spirituellen und gemeinschaftsbezogenen Elementen wie Kirche und Kloster vereinte. Das Bauwerk stellt ein institutionalisiertes Beispiel für das frühchristliche Modell sozialer Infrastruktur dar, das die Fürsorge für die Armen und die Gesundheitsversorgung unter der Aufsicht der bischöflichen Autorität organisierte. Der Komplex umfasste Wohnbereiche für verschiedene soziale Gruppen, eine Herberge für Reisende (Xenodochion), mindestens eine Kirche, ein angrenzendes Kloster, Lager- und Vorratsräume, Küchen, Badehäuser, Werkstätten, Ställe sowie eine Leprakolonie (leprokomeion) zur Versorgung von Leprakranken.
In dem Werk „Orationes 43“ von Gregorios von Nenizili findet sich folgende Aussage über den Komplex: „Geh ein Stück aus der Stadt hinaus und schau dir die neue Stadt an.“ Der Ausdruck „neue Stadt“ kann hier auf zwei verschiedene Weisen interpretiert werden. Die erste Möglichkeit ist, dass dieser Ausdruck direkt den Komplex selbst bezeichnet. Die Größe und die institutionelle Vielfalt des Gebäudekomplexes könnten dazu geführt haben, dass er quasi als eigenständige städtische Einheit wahrgenommen wurde. In diesem Fall dürfte mit „Stadt“ entweder das heutige Gebiet der Inneren Burg von Kayseri oder die auf den Hügeln gelegene Altstadt gemeint sein, die die Gebiete Beştepeler, Battalgazi und Tontar umfasst. Der Komplex müsste sich dann außerhalb einer dieser Siedlungsgebiete befinden. Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass Gregor mit dem Begriff „neue Stadt“ das durch die städtische Ausdehnung entstandene neue Siedlungsgebiet gemeint hat. Es ist bekannt, dass die Innere Festung von Kayseri im Jahr 242 während der Regierungszeit des römischen Kaisers Gordian III. erbaut wurde. Allerdings ist es chronologisch umstritten, dieses Datum im Kontext des 4. Jahrhunderts als „neu“ zu bezeichnen. Daher erscheint es als vorsichtigere Interpretation, dass der Ausdruck „neue Stadt“ weniger auf eine bestimmte Verteidigungsanlage als vielmehr auf das neue Siedlungsgebiet hinweist, das im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungsprozesses jener Zeit entstanden ist. In diesem Szenario ist es wahrscheinlich, dass sich der Komplex an einer Stelle zwischen der Altstadt und dem späteren Stadtentwicklungsgebiet befand. Betrachtet man beide Interpretationen gemeinsam, so passt die heutige Caferbey-Siedlung und das südlich davon liegende Gebiet geografisch zu dieser Beschreibung. Die in diesem Gebiet befindlichen, bemerkenswert großen Überreste eines römischen Bades, Kirchenruinen und andere archäologische Funde legen die starke Wahrscheinlichkeit nahe, dass dieses Gebiet mit dem Basileias-Komplex in Verbindung gebracht werden kann. Aufgrund der begrenzten verfügbaren archäologischen Daten ist jedoch bei einer eindeutigen Zuordnung aus methodischer Sicht Vorsicht geboten.