Das „Bemalte Haus“, das sich auf dem Hügel der Inneren Burg von Gordion zwischen zwei megaronartigen Gebäuden aus der mittelphrygischen Zeit und im Außenhof des Burgzugangskomplexes befindet, ist ein einzigartiges Bauwerk, das auf die frühe achämenidische Zeit, etwa 500–490 v. Chr., datiert wird. Das kleine und teilweise in den Boden eingelassene Gebäude verfügt über einen schmalen und gewundenen Eingangsbereich, wobei der Hauptraum Abmessungen von etwa 4,50 × 3,75 m aufweist. Tausende von bemalten Putzstücken, die an den Wänden des Gebäudes gefunden wurden, deuten auf ein reichhaltiges Wandmalereiprogramm hin, das vor allem Frauenfiguren sowie zeremonielle Umzüge, Festmähler und verschiedene rituelle Szenen zeigt. Die an den Figuren zu sehenden Gewänder, Schmuckstücke, Kopfbedeckungen und insbesondere die aus der achämenidischen Kunst bekannten Gesten der Ehrerbietung und Stille spiegeln ein komplexes ikonografisches Umfeld wider, in dem phrygische, persische und anatolische kulturelle Traditionen gemeinsam betrachtet werden können.

Die ungewöhnliche Lage des Gebäudes, sein schwer zugänglicher Eingang und die halb eingegrabene, lichtarme Raumaufteilung lassen vermuten, dass das „Bemalte Haus“ nicht als gewöhnliches Wohnhaus genutzt wurde. Die deutliche Dominanz weiblicher Figuren sowie das Fehlen von Szenen, die Jagd, Krieg oder männliche Vorherrschaft darstellen, deuten darauf hin, dass es sich bei dem Bau eher um einen Ort mit privatem oder kultischem Charakter handelte als um ein Heroon. Mit diesen Merkmalen ist das „Boyalı Ev“ ein bedeutendes Element des archäologischen und kulturellen Erbes, das in Gordion unter achämenidischer Herrschaft die Kontinuität lokaler phrygischer Traditionen sowie die Art und Weise verdeutlicht, wie neue persische Einflüsse in Architektur und Kunst übernommen wurden.

Quelle: Penn Museum. (o. J.). Achaemenid Gordion. Gordion Archaeological Project. https://www.penn.museum/sites/gordion/tarih/akhamenid-gordion/

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